Locarno und Umgebung

Ausflüge werden hier aufgeführt 

1. Arcegno - Bergstrasse - Gabbro

Wir fuhren von Locarno nach Arcegno. Von hier folgten wir ein Stück weit die Strasse nach Ronco, bis eine kleine Bergstrasse hinaufführte. Für diese Bergstrasse musste im unteren Bereich stellenweise den Felsen gesprengt werden. So gibt es einige Stellen, wo ich direkt aus dem anstehenden Felsen Steine herauslösen konnte.

Ich war lange Zeit vergebens auf der Suche gewesen nach Gabbro. Hier wurde ich zum ersten Mal fündig!

Rohstein, Abb. von zwei Seiten                                                                      Geschliffen (Abb. von zwei Seiten)

Mein Fund wurde von einem Geologen der Uni von Lausanne geprüft und als Gabbro bestimmt. 

Von der Bergstrasse ein Blick hinunter auf die Isola di Brissago                                                              Gabbro ein Fund vom Ufer der Isola di Brissago 

Als wir einmal die Insel besuchten und auf das Schiff warteten, fand ich am Ufer der Insel den oben abgebildeten Gabbro. Ob da ein Zusammenhang ist mit dem höher gelegenen Berg? Solche Gedankenspielereien macht man sich leicht. Wenn aber die Steine nicht nachweislich aus demselben anstehenden Felsen herstammen, bleibt es eine unsachliche Spekulation. So fand ich auch am Ufer einen Hornblendegarbenschiefer und fragte mich spontan: "Kommt der vielleicht vom Gotthardpass?" Spielereien!

Wir konnten die Strasse hochfahren bis zu einem Wanderparkplatz. Die Aussicht ist umwerfend schön! Gabbros und Amphibolite waren hier aber nicht mehr zu finden.

2. Auf dem Weg von Arcegno nach Golino 






In Arcegno gibt es anfangs Dorf einen Parkplatz. Das Dörfchen ist sehenswert.










Zu Fuss liefen wir die kleine Strasse Richtung Golino.

Die Strasse führt an besondere Stellen! Da musste ich augenblicklichst die Strasse verlassen, um das Gestein im Gelände aus der Nähe anzuschauen. Auf der geologischen Karte sieht man, wie hier die Monte Rosa-Decke (Orthogneis - Granodiorit) und die Sesia-Decke (Gabbro und Amphibolite), wie gar Teile der Zermatt-Saas-Fee-Decke miteinander vermischt sind. Die Insubrische Linie verläuft auch hier, alles hoch komplex und für den Besucher ein wenig ein "Durcheinander".  Ich werde (unten) diesen Vielfalt auf eine Karte einzeichnen.                                                                            Auf den Abbildungen oben ist die senkrechte Wand zu sehen, unmittelbar daneben ragt eine riesig gerundete, kugelige Masse aus dem Erdreich. Es stellte sich heraus, dass diese Kuppe aus Amphibolit und Gabbro besteht.. Was ich davon mit nach Hause nahm stellte sich später als Amphibolit heraus (Abbildung unten).

Amphibolith-Rohling                                                                                                  Amphibolith-geschliffen

3. Wanderung über den Barbescio und den Bolletina Lunga







Diese Karte steht beim Wanderweg im Gelände. Unsere Wanderung habe ich rot eingezeichnet mit Anfang und Ende in Arcegno

                      Bolletina Lunga                                                                                                                                                                     Barbescio

Ein Wanderweg führt von der Strasse von Arcegno-Golino (siehe Karte mit Standort, 1) auf den Barbescio (461 m) und anschliessend auf den Bolletina Lunga (475 m). Beide sind in der Vorzeit von Gletschern abgeschliffen und gerundet.      Der Barbescio ist aus Gneis der Monte-Rosa-Decke, der Bolletina Lunga aus Gabbro der Sesia-Decke. Die Gesteinsarten sind gut zu unterscheiden, aber so schön glatt, dass ich nichts davon abklopfen konnte.

Barbescio (mit Wanderkarte)                                                                                                                      Bolletina Lunga (mit Schutzkappe vom Fotoapparat)

Leider war der Gabbro so sehr verwittert, dass ich durch die dunkle Schicht das "Innere" des Gesteins kaum erkennen konnte.

Die Aussicht lohnt sich. Einerseits blickt man über Locarno und das Lago Maggiore, andererseits hat man den Blick auf Ponte Brolla, dort wo aus einer tiefen Schlucht die Maggia austritt und sich mit der Melezza (Fluss aus dem Centovalli) vereint. 

Blick auf Locarno und die Magadino-Ebene                                                                                                       Blick auf Ponte Brolla (Eingang Maggiatal)


4. Die Flüsse: Maggia und Melezza

Auf der Karte sind drei Orte eingezeichnet. Oben in der Mitte Ponte Brolla, links Golino, rechtsunten Eintritt Maggia in den Lago Maggiore.

An diesen Orten kommen die Steine "von oben" zusammen! Deshalb gehe ich liebend gerne zu den Flüssen. Hier in der Umgebung von Locarno, wo wir oft Ferientage mit Familie und Enkelkindern machten, ist es für klein und alt eine Wonne bei den Flüssen zu verweilen.

4.1. Ponte Brolla

Kurz bevor die Flüsse Maggia und Melezzo zusammenkommen, gibt es richtige Sandbänke. Für die Kleinen herrlich zum Spielen. Die grossen Felsen liegen allerdings gegenüber! Sie sehen fast aus wie treibende Eisberge! Auf der geologischen Karte ist hier angegeben: Gneis der Antigorio-Decke. Geht man etwas dem Fluss entlang abwärts, taucht ein anderes Gestein auf. Es ist ein Magmatit der Orselina-Bellinzona-Zone (was es genau ist? Unter Magmatit stehen verschiedene Gesteine zur Auswahl)

Gneis der Antigoriodecke (oben und unten)

Etwas weiter flussabwärts befindet sich an der Überseite das Gestein der Orselina-Bellinzona-Zone gegenüber (Bild unten).

4.2 An der Melezza (unterhalb von Golino)

Von dem Parkplatz unter Golino, direkt an der Melezza, führt ein Weg dem Ufer entlang bis zum Viadukt von Golino nach Intragna. Hier Blick auf Intragna.

Alte und neue Brücke von Golino nach Intragna.

Hier ist man eingeschlossen vom Magmatit der Orselina-Bellinzona-Zone. Es ist wohl aufgefallen, dass ich immer die Decken und Zone erwähne, darauf komme ich am Ende dieser Ausführungen zurück. 

Blick ins Centovalli

Auffallend viele Ultramafitite und Mafitite sind bei diesem Flussabschnitt zu finden. Ihre blassgrüne Farbe deutet auf Peridotit. Wenn dieser Anteil stark verwittert ist, wandelt sich die blassgrüne Farbe in eine gelbliche Farbe um (siehe Mafisches Gestein)

Eine schöne Abbildung findet sich hier: kristallin.de/gesteine/minerale_6.htm , hier herunterscrollen bis "Pyroxene unter Druck", da sind abgebildet: 1 Blauschiefer mit Glaukophan, 2. Eklogit, 3. Peridotit um diese Abbildung geht es.